Kaninchen - Kleintierpraxis Borgers

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Kaninchen

Heimtiere

Herkunft und geschichtliches: Kaninchen kamen vermutlich nur in Westafrika und auf der Iberischen Halbinsel vor. Sie wurden vom Menschen über einen Großteil Europas und viele andere Regionen der Welt verbreitet. Ihre Vermehrung in Australien und Neuseeland zeigt das Fortpflanzungspotenzal dieser Tierart. Wahrscheinlich um 1860 wurden bei Invercargill (Neuseeland) erstmals sieben Kaninchen ausgesetzt. Sie vermehrten sich so schnell, daß ihre Bekämpfung zu einem ernsten Problem wurde. In Australien führte man 1951 ein Virus ein, das auf Kaninchen tödlich wirkt. Durch die künstliche Förderung dieser Virusinfektion, der Myxomatose, begann eine drastische Bestandsverringerung der Kaninchen. Doch erwies sich das Projekt nur in den Gebieten als erfolgreich, in denen ausreichend Wasser für die Entwicklung von Stechmücken vorhanden war, die diese Krankheit übertragen. Die Krankheit breitete sich auch in Europa aus. Heute gibt es die Möglichkeit, Kaninchen gegen Myxomatose zu impfen.

Physiologische Daten:. Kaninchen können bis zu 9 Jahre alt werden. Die Trächtigkeitsdauer liegt bei ca. 31 Tagen und die Wurfgröße schwankt zwischen 2 bis 12 Tieren. Die Jungen sind Nestkocker und haben ein Geburtsgewicht von 40-50g. Die Häsin säugt ihre Jungen nur einmal täglich für 3 bis 5 Minuten. Die Säugezeit beträgt ca. 4 bis 6 Wochen. Bereits nach 4-5 Monaten sind sie Geschlechtsreif.

Biologische Daten: Es gibt über 100 verschiedene Rassen die optische und gewichtsmäßig große Unterschiede aufweisen (0,7-8kg!). Ihre Zähne wachsen kontinuierlich nach. Die Blinddärme füllen bis zu 1/3 des Bauchraumes. Kaninchen betreiben Koprophagie, das heißt, daß Sie einen Teil Ihres Kots fressen.

Haltung: Kaninchen sollten in einem möglichst großem Gitterkäfig gehalten werden (min. 0,2 Quadratmeter pro erwachsenem Tier - besser mehr)! Die Tiere sollten die Möglichkeit zum regelmäßigem "Auslauf" haben, im Sommer können sie im Freien leben. Wichtig ist eine Schlafhöhle (Kiste).

Futter: – Heu – Frischfutter – Wasser – Kraftfutter (wenig) - evtl. Vitaminsaft - wenn im Sommer Haltung auf Gras (Rasen), unbedingt vorher über einige Tage etwas frisches Gras füttern!

!! KEINE PLÖTZLICHE FUTTERUMSTELLUNG !!
! kann zu Lebens bedrohlichen Verdauungsstörungen führen !


Häufige Erkrankungen: Kaninchen neigen zu Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfungen mit Thympanie), die durch fehlerhafte Ernährung oder durch Zahnanomalien verursacht werden können. Wichtig ist das möglichst schnell ein Tierarzt auf gesucht wird. Eine tötliche Erkrankung ist die oben erwähnte Myxomatose, gegen die man die Tiere impfen kann. Fragen Sie hierzu Ihren Tierarzt.



...und nun Infos zu sehr wichtigen Erkrankungen die häufig tötlich verlaufen, gegen die man aber impfen kann!!!


Myxomatose

Die Myxomatose wird durch ein besonderes Pockenvirus, das Myxom-Virus, hervorgerufen. Empfänglich sind in erster Linie Haus- und Wildkaninchen, sieht man von einer ausnahmsweise Infektion des Hasen ab. Die Myxomatose ist die am meisten gefürchtete Kaninchenseuche.

Die klassische, so genannte Hautform der Myxomatose zeigt sich nach 7-9 tägiger  Inkubation (Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung) in schweren Entzündungen mit Schwellungen und schleimig-eitrigen Absonderungen  im Augen-Nasen-Lippen und After-Genital-Bereich. Hier von hat die Erkrankung auch ihren Namen, der sich von der griechischen Bezeichnung für "Schleim" ableitet. Geschwulstartige Hautverdickungen treten in der gesamten Kopfregion auf (Löwen-Kopf ), besonders am Ohrgrund und den Ohrmuscheln, vereinzelt auch als Hautknoten am übrigen Körper. Nach ein - bis zweiwöchigen Siechtum sterben die Tiere an völliger Abmagerung, Erschöpfung und Lungenentzündung. Die Sterberate kann in einem gefährdeten Tierbestand 100 % erreichen.

In Gebieten, in denen die Myxomatose unter den Wildkaninchen grassiert, besteht für die Hauskaninchen eine ständige Bedrohung. Der Erreger kann nämlich nicht nur durch direkten Kontakt weitergegeben werden. Es ist auch eine indirekte Ansteckung mittels belebter und unbelebter Überträger möglich. Neben infizierten Grünfutter, Schuhwerk etc. spielen vor allem blutsaugende Parasiten aller Arten (Stechmücken , Katzen- und -Kaninchenflöhe, Läuse, Milben, Zecken) eine wichtige Überträgerrolle. Auch Bussarde und Krähen können den Erreger beim Kröpfen infizierter Wildkaninchen verschleppen.

Die akute Form der Myxomatose kann nicht behandelt werden. Deshalb ist die Seuche nur durch gezielte Vorbeugung zu bekämpfen. Maßnahmen wie Desinfektion und Bekämpfung der Überträgerparasiten sind unumgänglich, aber nicht ausreichend. Sie müssen mit der aktiven Schutzimpfung kombiniert werden.



Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (RHD) - Chinaseuche

Diese Kaninchenkrankheit wurde das erste Mal vor Jahren in China beobachtet. Daher stammt die Bezeichnung China-Seuche . Diese Krankheit breitete sich rasch über die ganze Welt aus.

Der Erreger dieser Krankheit ist ein Virus, das sowohl Haus - als auch Wildkaninchen befallen kann. Bei schnellen Krankheitsverlauf sterben die Kaninchen in kurzer Zeit, ohne vorher einen kranken Eindruck gemacht zu haben. Manchmal werden vor dem Tod Anzeichen wie plötzliche Appetitlosigkeit, Schwäche, Fieber, Nasenbluten, Atembeschwerden und Erstickungskrämpfe mit Aufschreien beobachtet.

Die Infektion muß nicht immer zum Tode führen , sondern kann bei manchen Kaninchen auch nur milde Krankheitszeichen wie vorübergehende Mattigkeit und Appetitlosigkeit verursachen oder völlig symptomlos verlaufen. Diese Kaninchen scheiden den Erreger in großer Menge über Speichel und Nasensekret sowie über Harn und Kot aus. Deshalb werden die meisten Tiere einer Kaninchengemeinschaft innerhalb von kurzer Zeit angesteckt.

Die Viren sind auch in der Umwelt lebensfähig und behalten noch lange ihre ansteckende Wirkung. Aus diesem Grund ist die Übertragung nicht nur bei direktem Kontakt von Kaninchen zu Kaninchen, sondern auch über den Menschen, bei dem die Erreger an Schuhen, Kleidern, oder Händen haften können, sowie über Gegenstände wie Käfige, Trinkgefäße und Einstreu, über die Luft und durch Insekten möglich.

Da es keine wirksamen Behandlungsverfahren für erkrankte Kaninchen gibt muß auf die Vorbeugung besonders Wert gelegt werden. Die jährliche Impfung ist ein guter Schutz gegen die Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen. Wenn Kaninchen unterschiedlicher Herkunft zusammengebracht werden, sollte man darauf achten, daß alle Tiere mindestens zwei Wochen zuvor geimpft wurden.


Den Impfstoff den wir nutzen muss nur noch einmal jährlich verabreicht werden um einen 12 Monatsschutz gegen RHD und Myxomatose zu gewährleisten!!!




Unterschiede Wildkaninchen und Hase:

Wildkaninchen
Größe  2-3 kg
Länge  40-50 cm
Ohren  kurz  
Farbe  grau  
Tragezeit 31 Tage
Neugeborene  Nesthocker  
Sozialverhalten  gesellig  
Lebensweise  Grabtier, Höhlenbewohner  

Literatur: K. Gabrisch, P. Zwart: Krankheiten der Heimtiere; Encarta 98 Enzyklopädie, Microsoft



Hase
Größe  5-7 kg
Länge  60-70 cm
Ohren lang
Farbe braunrot
Tragezeit 42 Tage
Neugeborene  Nestflüchter
Sozialverhalten Einzelgänger
Lebensweise  Lauftier, oberirdisch


 
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