Kater oder Kätzin - Kleintierpraxis Borgers

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Kater oder Kätzin

Kastration von:

Bei einer Kastration werden Kater oder Kätzin durch eine operative Entfernung der Keimdrüsen unfruchtbar gemacht. Bei der Kätzin werden die Eierstöcke nach Eröffnung der Bauchhöhle entfernt, beim Kater die Hoden nach der Eröffnung des Hodensacks. Der Eingriff ist aufgrund der neueren Narkosemittel und Techniken ungefährlich.
Die Kastration der Kätzin wird im täglichen Sprachgebrauch meist als Sterilisation bezeichnet. Die Sterilisation ist aber streng genommen nur ein Eingriff, bei dem die Eileiter unterbunden werden und die Eierstöcke erhalten bleiben. Eine Sterilisation ist bei der Kätzin nicht empfehlenswert, weil die Rolligkeit erhalten bleibt und die Gefahr einer Gebärmutterentzündung besteht.

Wann soll operiert werden?
Der Kater soll bei Frühreife ab dem 5. Lebensmonat, meist jedoch mit ca. 8 Monaten kastriert; eine Kätzin im Alter von ca. 6-8 Monaten, bei Frühreife eher.



Warum soll operiert werden?
Ein nicht kastrierter Kater wird aufgrund seines stark ausgeprägten Geschlechtstriebes in der Wohnung meist unsauber, d.h. er spritzt mit übel riechendem Harn. Wenn er freien Auslauf hat, fällt das Harnspritzen weniger auf. Dafür ist er aber in ständiger Gefahr, in Folge eines Katerkampfes schwer verletzt nach Hause zu kommen oder bei ‚blinder Jagd’ hinter einer Kätzin her überfahren zu werden. Darüber hinaus ist seine Bindung an den Menschen meist nur sehr schwach ausgeprägt.
Eine nicht kastrierte Kätzin wird regelmäßig rollig, und allein gehalten quält sie sich oft sehr, bis die Rolligkeit vorbei ist. Häufig tritt die Rolligkeit in kurzen Abständen immer wieder auf, weil ein echter Eisprung bei der Kätzin nur durch den mechanischen Reiz beim Deckakt ausgelöst wird. Sie magert dann ab , wird unausgeglichen und freudlos. Manchmal wird sie dann auch unsauber. Nach einigen Jahren kann eine Gebärmuttervereiterung hinzukommen. Würde man ihr freien Auslauf gewähren, wäre sie schnell gedeckt und bald wären unerwünschte Katzenkinder da!



Verändert sich meine Katze nach der Operation?
Oft wird befürchtet, daß der Katze Lebensfreude und Temperament genommen werden. Dies ist aber keineswegs der Fall. Die Katzen werden im Gegenteil ausgeglichener, freundlicher und binden sich stärker an den Menschen.
Besonders die Kätzin wird durch die Kastration in einen Zustand gebracht, der völlig dem natürlichen Zustand der Geschlechtsruhe zwischen zwei Rolligkeiten entspricht.

Zu beachten ist, daß die Futterverwertung besser wird und das Körpergewicht durch eine sinnvolle Fütterung unter Kontrolle gehalten wird.



Kann die Kätzin nicht einfacher Pillen oder Spritzen bekommen?
Hormonpräparate müssen regelmäßig gegeben werden und die Gefahr von Nebenwirkungen, wie die der Gebärmuttervereiterung, ist bei Dauergabe nicht auszuschließen. Sie sollten deshalb nur kurzfristig zur Überbrückung bis zu einer Operation verabreicht werden.



Sollten Katzen vor der Operation geimpft werden?

Eine Impfung gegen Katzenschnupfen/-seuche sollte auf jeden Fall durchgeführt werden. Damit läßt sich das unnötige Risiko einer Ansteckung ausschließen. (mehr dazu unter Impfungen)



Ist eine Kastration nach dem Tierschutzgesetz erlaubt?

JA - vom Tierschutzgesetz her ist die Kastration zur Unfruchtbarmachung erlaubt - § 6 Abs. 1, Ziffer 5: "das Verbot des vollständigen oder teilweisen Amputierens von Organen etc. gilt nicht, wenn der Eingriff zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder - soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen - zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird".

 
 
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